Der Schatten des Windes

Das erste Buch im neuen Jahr welches gefressen wurde.
Leider nicht in Originalfassung (spanisch - wer kann das schon?)

Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Záfon

erschienen 2006 in Suhrkamp

Lieblingszitat aus »Der Schatten des Windes«:
»”… wenige Dinge prägten einen Leser so sehr wie das erste Buch, das sich wirklich einen Weg zu seinem Herzen bahne.”«

Der Roman spielt in Barcelona im 20. Jahrhundert. Die Stadt dient als düstere Kulisse dieses schaurig-schönen Romans. Die politisch unruhige Zeit des Bürgerkriegs und der Franco-Zeit bildet den Rahmen, in dem sich die Schicksale der Figuren bewegen.

Daniel wächst in einer Welt der Bücher auf. Er hat früh seine Mutter verloren und lebt allein mit seinem Vater, der eine Buchhandlung führt. Als Daniel 11 Jahre alt ist, nimmt ihm sein Vater zu einen geheimen Ort, dem Friedhof der vergessenen Bücher, mit. An diesem Ort werden Bücher verwahrt, die von den Menschen vergessen wurden und jeder der diesen Ort betritt, muss ein Buch adoptieren und sich um dieses kümmern. Daniel übernimmt die Patenschaft für ein Buch mit dem Titel „Der Schatten des Windes“ von Julián Carax, also der gleiche Titel wie der vorliegende Roman. Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, dessen Liebe zu einem Mädchen zur Katastrophe führt. Daniel ist fasziniert von diesem Buch und begibt sich auf die Suche nach weiteren Büchern dieses Autors. Dabei lernt er die blinde Klara kennen, die einige Jahre älter ist als er. Er verliebt sich in sie und schenkt ihr sogar, sehr zum Missfallen seines Vaters, das Buch, das er doch ein Leben lang beschützen sollte. Klara erzählt ihm von einem Fremden, der auch nach ihm gefragt hat. Er misst ihren Erzählungen keine Bedeutung bei, bis er eines Tages selbst von einem geheimnisvollen Fremden angesprochen wird. Dieser sucht alle Romanexemplare des Autors, um sie anschließend zu verbrennen.

Gegen Ende wird der Plot zwar allzu durchsichtig, doch die Erzählkunst Zafóns lässt dennoch keine Langeweile zu. Manche Kritiker betonen, dass Barcelona zwar einfühlsam beschrieben ist, die Zeitgeschichte aber oft nur gestreift wird und nie ins Zentrum des Geschehenes rückt. Dies würde allerdings den Roman überfrachten, der Elemente des Schauerromans aufweist und dabei die Themen Liebe, Männerfreundschaft und Familiengeschichten abarbeitet.

 

Alles in allem ein 560 seitiges Kunstwerk voller Drama, Melancholie, Liebesschnulze vertretbarer Grusel und Abends alleine im Bett liegen und Angst haben Faktor!

Fazit: Lesen!

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